🎵
Tristan und Isolde, Act I : Wagner: Tristan und Isolde, Act I: Herr Tristan trete nah! - Begehrt, Herrin, was Ihr wünscht by Margaret Price album cover

Tristan und Isolde, Act I : Wagner: Tristan und Isolde, Act I: Herr Tristan trete nah! - Begehrt, Herrin, was Ihr wünscht

Margaret Price

Lyrics
Herr Tristan trete nah!
Begehrt, Herrin,
was Ihr wünscht.
Wüsstest du nicht,
was ich begehre,
da doch die Furcht,
mir's zu erfüllen,
fern meinem Blick dich hielt?
Ehrfurcht
hielt mich in Acht.
Der Ehre wenig
botest du mir;
mit off'nem Hohn
verwehrtest du
Gehorsam meinem Gebot.
Gehorsam einzig
hielt mich in Bann.
So dankt' ich Geringes
deinem Herrn,
riet dir sein Dienst
Unsitte
gegen sein eigen Gemahl?
Sitte lehrt,
wo ich gelebt:
zur Brautfahrt
der Brautwerber
meide fern die Braut.
Aus welcher Sorg'?
Fragt die Sitte!
Da du so sittsam,
mein Herr Tristan,
auch einer Sitte
sei nun gemahnt:
den Feind dir zu sühnen,
soll er als Freund dich rühmen.
Und welchen Feind?
Frag deine Furcht!
Blutschuld
schwebt zwischen uns.
Die ward gesühnt.
Nicht zwischen uns!
Im offnen Feld
vor allem Volk
ward Urfehde geschworen.
Nicht da war's,
wo ich Tantris barg,
wo Tristan mir verfiel.
Da stand er herrlich,
hehr und heil;
doch was er schwur,
das schwurt ich nicht:
zu schweigen hatt' ich gelernt.
Da in stiller Kammer
krank er lag,
mit dem Schwerte stumm
ich vor ihm stund:
schwieg da mein Mund,
bannt' ich meine Hand ---
doch was einst mit Hand
und Mund ich gelobt,
das schwur ich schweigend zu halten.
Nun will ich des Eides walten.
Was schwurt Ihr, Frau?
Rache für Morold!
Müht Euch die?
Wagst du zu höhnen?
Angelobt war er mir,
der hehre Irenheld;
seine Waffen hatt' ich geweiht;
für mich zog er zum Streit.
Da er gefallen,
fiel meine Ehr':
in des Herzens Schwere
schwur ich den Eid,
würd' ein Mann den Mord nicht sühnen,
wollt' ich Magd mich des erkühnen.
Siech und matt
in meiner Macht,
warum ich dich da nicht schlug?
Das sag dir selbst mit leichtem Fug.
Ich pflag des Wunden,
dass den Heilgesunden
rächend schlüge der Mann,
der Isolde ihm abgewann.
Dein Los nun selber
magst du dir sagen!
Da die Männer sich all ihm vertragen,
wer muss nun Tristan schlagen?
War Morold dir so wert,
nun wieder nimm das Schwert
und führ es sicher und fest,
dass du nicht dir's entfallen lässt!
Wie sorgt' ich schlecht
um deinen Herren;
was würde König Marke sagen,
erschlüg' ich ihm
den besten Knecht,
der Kron' und Land ihm gewann,
den allertreusten Mann?
Dünkt dich so wenig,
was er dir dankt,
bringst du die Irin
ihm als Braut,
dass er nicht schölte,
schlüg' ich den Werber,
der Urfehde-Pfand
so treu ihm liefert zur Hand?
Wahre dein Schwert!
Da einst ich's schwang,
als mir die Rache
im Busen rang,
als dein messender Blick
mein Bild sich stahl,
ob ich Herrn Marke
taug' als Gemahl:
Das Schwert --- da liess ich's sinken.
Nun lass uns Sühne trinken!
Ho! He! Ha! He!
Am Obermast
die Segel ein!
Ho! He! Ha! He!
Wo sind wir?
Hart am Ziel!
Tristan, gewinn' ich die Sühne?
Was hast du mir zu sagen?
Des Schweigens Herrin
heisst mich schweigen:
fass' ich, was sie verschwieg,
verschweig' ich, was sie nicht fasst.
Dein Schweigen fass ich,
weichst du mir aus.
Weigerst du die Sühne mir?
Ho! He! Ha! He!
Du hörst den Ruf?
Wir sind am Ziel.
In kurzer Frist
stehn wir - vor König Marke.
Geleitest du mich,
dünkt's dich nicht lieb,
darfst du so ihm sagen:
»Mein Herr und Ohm,
sieh die dir an:
ein sanftres Weib
gewännst du nie.
Ihren Angelobten
erschlug ich ihr einst,
sein Haupt sandt' ich ihr heim;
die Wunde, die
seine Wehr mir schuf,
die hat sie hold geheilt.
Mein Leben lag
in ihrer Macht:
das schenkte mir
die holde Magd
und ihres Landes
Schand' und Schmach
die gab sie mit darein,
dein Ehgemahl zu sein.
So guter Gaben
holden Dank
schuf mir ein süsser
Sühnetrank;
den bot mir ihre Huld,
zu sühnen alle Schuld.«
Auf das Tau!
Anker los!
Los den Anker!
Das Steuer dem Strom!
Den Winden Segel und Mast!
Wohl kenn' ich Irlands
Königin
und ihrer Künste
Wunderkraft.
Den Balsam nützt' ich,
den sie bot:
den Becher nehm ich nun,
dass ganz ich heut genese.
Und achte auch
des Sühneeids,
den ich zum Dank dir sage!
Tristans Ehre ---
höchste Treu'!
Tristans Elend ---
kühnster Trotz!
Trug des Herzens!
Traum der Ahnung!
Ew'ger Trauer
einz'ger Trost:
Vergessens güt'ger Trank,
dich trink' ich sonder Wank!
Betrug auch hier?
Mein die Hälfte!
Sie entwindet ihm den Becher
Verräter! Ich trink' sie dir!