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Fidelio, Op. 72 / Act 1 : Beethoven: Fidelio, Op. 72 / Act 1: "Nun sprecht, wie .."-"Ach Vater, eilt"-"Verwegner .." by Gwyneth Jones album cover

Fidelio, Op. 72 / Act 1 : Beethoven: Fidelio, Op. 72 / Act 1: "Nun sprecht, wie .."-"Ach Vater, eilt"-"Verwegner .."

Gwyneth Jones

Lyrics
LEONORE.:Nun sprecht, wie ging's?
ROCCO.:Recht gut, recht gut!
Zusammen rafft‘ ich meinen Mut
Und trug ihm alles vor;
Und sollst du's glauben,
Was er zur Antwort mir gab?
Die Heirat und daß du mir hilfst, will er erlauben;
Noch heute!.
O welch ein Glück! O welche Wonne!
ROCCO.:Ich sehe deine Freude;
Nur noch ein Augenblick,
Dann gehen wir schon beide –
LEONORE.Wohin?
ROCCO.Zu jenem Mann hinab,
Dem ich seit vielen Wochen
Stets weniger zu essen gab.
LEONORE.:Ha! – Wird er losgesprochen?
ROCCO.:O nein!
LEONORE.:So sprich!
ROCCO.:O nein, o nein!
Wir müssen ihn, doch wie? befrein!
Er muß in einer Stunde –
Den Finger auf dem Munde –Von uns begraben sein!
LEONORE.:So ist er tot?
ROCCO.:Noch nicht, noch nicht..
L:Ist ihn zu töten deine Pflicht?
ROCCO.Nein, guter Junge, zittre nicht,
Zum Morden dingt sich Rocco nicht.
Der Gouverneur kommt selbst hinab,
Wir beide graben nur das Grab.
Vielleicht das Grab des Gatten graben,(Ich darf ihn nicht mit Speise laben,)
O was kann fürchterlicher sein?(Ihm wird im Grabe besser sein. –)
Wir müssen gleich zu Werke schreiten,
Du mußt mir helfen, mich begleiten;
Hart ist des Kerkermeisters Brot.
LEONORE.:Ich folge dir, wär's in den Tod.
ROCCO.:In der zerfallenen Zisterne
Bereiten wir die Grube leicht.
Ich tu es, glaube mir, nicht gerne;
Auch dir ist schaurig, wie mich deucht?
LEONORE.:Ich bin es nur noch nicht gewohnt.
ROCCO.:Ich hätte gerne dich verschont.
Doch wird es mir allein zu schwer,
Und gar so streng ist unser Herr.
LEONORE für sich.:O welch ein Schmerz!
ROCCO für sich.:Mir scheint, er weint.
Nein, du bleibst hier – ich geh alleine,Ich geh allein.
LEONORE innig sich an ihn klammernd.:O nein, o nein!
Ich muß ihn sehn; den Armen sehen,
Und müßt‘ ich selbst zugrunde gehen.
So säumen wir nun länger nicht,
Wir folgen unsrer strengen Pflicht.
MARZELLINE.:Ach, Vater, eilt!
ROCCO.:Was hast du denn?
JAQUINO.Nicht länger weilt!
ROCCO.Was ist geschehn?
MARZELLINE.Voll Zorn folgt mir,Pizarro nach!
Er drohet dir.
ROCCO.Gemach! Gemach!
LEONORE.So eilet fort!
ROCCO.Nur noch dies Wort:Sprich, weiß er schon?
JAQUINO.Ja, er weiß es schon.
MARZELLINE.Der Offizier Sagt‘ ihm,
was wir Jetzt den Gefangenen gewähren.
ROCCO.Laßt alle schnell zurückekehren.
MARZELLINE.Ihr wißt ja, wie er tobet,Und kennet seine Wut.
LEONORE.Wie mir's im Herzen tobet!Empöret ist mein Blut.
ROCCO.Mein Herz hat mich gelobet,Sei der Tyrann in Wut.
PIZARRO.:Verwegner Alter, welche Rechte
Legst du dir frevelnd selber bei?
Und ziemt es dem gedungnen Knechte,Zu geben die Gefangnen frei?
ROCCO verlegen.:O Herr!
PIZARRO.:Wohlan!
ROCCO eine Entschuldigung suchend.:Des Frühlings Kommen,
Das heitre warme Sonnenlicht,
Dann:habt Ihr wohl in acht genommen,
Was sonst zu meinem Vorteil spricht?
Des Königs Namensfest ist heute,
Das feiern wir auf solche Art.
Der unten stirbt – doch laßt die andern
Jetzt fröhlich hin und wider wandern;
Für jenen sei der Zorn gespart.
PIZARRO leise.So eile, ihm sein Grab zu graben,
Hier will ich stille Ruhe haben.
Schließ die Gefangnen wieder ein,
Mögst du nie mehr verwegen sein!