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Götterdämmerung, Act III Scene 2 : Wagner: Götterdämmerung, Act III Scene 2: Mime hiess ein mürrischer Zwerg by Helge Brilioth album cover

Götterdämmerung, Act III Scene 2 : Wagner: Götterdämmerung, Act III Scene 2: Mime hiess ein mürrischer Zwerg

Helge Brilioth

Lyrics
Mime hiess ein mürrischer Zwerg:
in des Neides Zwang zog er mich auf,
dass einst das Kind, wann kühn es erwuchs,
einen Wurm ihm fällt' im Wald,
der faul dort hütet' einen Hort.
Er lehrte mich schmieden und Erze schmelzen;
doch was der Künstler selber nicht konnt',
des Lehrlings Mute musst' es gelingen:
eines zerschlagnen Stahles Stücke
neu zu schmieden zum Schwert.
Des Vaters Wehr fügt' ich mir neu:
nagelfest schuf ich mir Notung.
Tüchtig zum Kampf dünkt' er dem Zwerg;
der führte mich nun zum Wald:
dort fällt' ich Fafner, den Wurm.
Jetzt aber merkt wohl auf die Mär':
Wunder muss ich euch melden.
Von des Wurmes Blut
mir brannten die Finger;
sie führt' ich kühlend zum Mund:
kaum netzt' ein wenig
die Zunge das Nass, -
was da die Vöglein sangen,
das konnt' ich flugs verstehn.
Auf den Ästen sass es und sang:
"Hei! Siegfried gehört nun
der Niblungen Hort!
Oh! Fänd' in der Höhle
den Hort er jetzt!
Wollt' er den Tarnhelm gewinnen,
der taugt' ihm zu wonniger Tat!
Doch möcht' er den Ring sich erraten,
der macht ihn zum Walter der Welt!"
Ring und Tarnhelm trugst du nun fort?
Das Vöglein hörtest du wieder?
Ring und Tarnhelm hatt' ich gerafft:
da lauscht' ich wieder dem wonnigen Laller;
der sass im Wipfel und sang:
"Hei, Siegfried gehört nun der Helm und der Ring.
O traute er Mime, dem Treulosen, nicht!
Ihm sollt' er den Hort nur erheben;
nun lauert er listig am Weg:
nach dem Leben trachtet er Siegfried.
Oh, traute Siegfried nicht Mime!"
Es mahnte dich gut?
Vergaltest du Mime?
Mit tödlichem Tranke trat er zu mir;
bang und stotternd gestand er mir Böses:
Notung streckte den Strolch!
Was er nicht geschmiedet,
schmeckte doch Mime!
Was wies das Vöglein dich wieder?
Trink' erst, Held, aus meinem Horn:
ich würzte dir holden Trank,
die Erinnerung hell dir zu wecken,
dass Fernes nicht dir entfalle!
In Leid zu dem Wipfel lauscht' ich hinauf;
da sass es noch und sang:
"Hei, Siegfried erschlug nun den schlimmen Zwerg!
Jetzt wüsst' ich ihm noch das herrlichste Weib.
Auf hohem Felsen sie schläft,
Feuer umbrennt ihren Saal;
durchschritt' er die Brunst,
weckt' er die Braut -
Brünnhilde wäre dann sein!"
Und folgtest du des Vögleins Rate?
Rasch ohne Zögern zog ich nun aus,
bis den feurigen Fels ich traf:
die Lohe durchschritt ich
und fand zum Lohn -
schlafend ein wonniges Weib
in lichter Waffen Gewand.
Den Helm löst' ich der herrlichen Maid;
mein Kuss erweckte sie kühn:
oh, wie mich brünstig da umschlang
der schönen Brünnhilde Arm!