Lyrics
Nun hör', Hagen, sage mir, Held:,
sitz' ich herrlich am Rhein,
Gunther zu Gibichs Ruhm?
Dich echt genannten acht' ich zu neiden:,
die beid' uns Brüder gebar,
Frau Grimhild' hiess mich's begreifen.
Dich neide ich: nicht neide mich du!
Erbt' ich Erstlingsart,
Weisheit ward dir allein:,
Halbbrüderzwist bezwang sich nie besser.
Deinem Rat nur red' ich Lob,
frag' ich dich nach meinem Ruhm.
So schelt' ich den Rat,
da schlecht noch dein Ruhm;
denn hohe Güter weiss ich,
die der Gibichung noch nicht gewann.
Verschwiegest du sie,
so schelt' auch ich.
In sommerlich reifer Stärke,
seh' ich Gibichs Stamm,
dich, Gunther, unbeweibt,
dich, Gutrun', ohne Mann,
Wen rätst du nun zu frein,
dass unsrem Ruhm' es fromm'?
Ein Weib weiss ich,
das herrlichste der Welt:,
auf Felsen hoch ihr Sitz;
ein Feuer umbrennt ihren Saal;
nur wer durch das Feuer bricht,
darf Brünnhildes Freier sein.
Vermag das mein Mut zu bestehn?
Einem Stärkren noch ist's nur bestimmt.
Wer ist der streitlichste Mann?
Siegfried, der Wälsungen Spross:,
der ist der stärkste Held.
Ein Zwillingspaar,
von Liebe bezwungen,
Siegmund und Sieglinde,
zeugten den echtesten Sohn.
Der im Walde mächtig erwuchs,
den wünsch' ich Gutrun' zum Mann.
Welche Tat schuf er so tapfer,
dass als herrlichster Held er genannt?
Vor Neidhöhle den Niblungenhort,
bewachte ein riesiger Wurm:,
Siegfried schloss ihm den freislichen Schlund,
erschlug ihn mit siegendem Schwert.
Solch ungeheurer Tat,
enttagte des Helden Ruhm.
Vom Niblungenhort vernahm ich:,
er birgt den neidlichsten Schatz?
Wer wohl ihn zu nützen wüsst',
dem neigte sich wahrlich die Welt.
Und Siegfried hat ihn erkämpft?
Knecht sind die Niblungen ihm.
Und Brünnhild' gewänne nur er?
Keinem andren wiche die Brunst.
Wie weckst du Zweifel und Zwist!
Was ich nicht zwingen soll,
darnach zu verlangen machst du mir Lust?
Brächte Siegfried die Braut dir heim,
wär' dann nicht Brünnhilde dein?
Was zwänge den frohen Mann,
für mich die Braut zu frein?
Ihn zwänge bald deine Bitte,
bänd' ihn Gutrun' zuvor.
Du Spötter, böser Hagen!
Wie sollt' ich Siegfried binden?
Ist er der herrlichste Held der Welt,
der Erde holdeste Frauen,
friedeten längst ihn schon.
Gedenk' des Trankes im Schrein;
vertraue mir, der ihn gewann:,
den Helden, des du verlangst,
bindet er liebend an dich.
Träte nun Siegfried ein,
genöss' er des würzigen Tranks,
dass vor dir ein Weib er ersah,
dass je ein Weib ihm genaht,
vergessen müsst' er des ganz.
Nun redet: wie dünkt euch Hagens Rat?
Gepriesen sei Grimhild',
die uns den Bruder gab!
Möcht' ich Siegfried je ersehn!
Wie suchten wir ihn auf?
Jagt er auf Taten wonnig umher,
zum engen Tann wird ihm die Welt:,
wohl stürmt er in rastloser Jagd,
auch zu Gibichs Strand an den Rhein.
Willkommen hiess' ich ihn gern!
Vom Rhein ertönt das Horn.
In einem Nachen Held und Ross!
Der bläst so munter das Horn!
Ein gemächlicher Schlag,
wie von müssiger Hand,
treibt jach den Kahn wider den Strom;
so rüstiger Kraft in des Ruders Schwung,
rühmt sich nur der, der den Wurm erschlug.
Siegfried ist es, sicher kein andrer!
Jagt er vorbei?
Hoiho! Wohin,
du heitrer Held?
Zu Gibichs starkem Sohne.
Zu seiner Halle entbiet' ich dich.
Hieher! Hier lege an!
Heil! Siegfried, teurer Held!
sitz' ich herrlich am Rhein,
Gunther zu Gibichs Ruhm?
Dich echt genannten acht' ich zu neiden:,
die beid' uns Brüder gebar,
Frau Grimhild' hiess mich's begreifen.
Dich neide ich: nicht neide mich du!
Erbt' ich Erstlingsart,
Weisheit ward dir allein:,
Halbbrüderzwist bezwang sich nie besser.
Deinem Rat nur red' ich Lob,
frag' ich dich nach meinem Ruhm.
So schelt' ich den Rat,
da schlecht noch dein Ruhm;
denn hohe Güter weiss ich,
die der Gibichung noch nicht gewann.
Verschwiegest du sie,
so schelt' auch ich.
In sommerlich reifer Stärke,
seh' ich Gibichs Stamm,
dich, Gunther, unbeweibt,
dich, Gutrun', ohne Mann,
Wen rätst du nun zu frein,
dass unsrem Ruhm' es fromm'?
Ein Weib weiss ich,
das herrlichste der Welt:,
auf Felsen hoch ihr Sitz;
ein Feuer umbrennt ihren Saal;
nur wer durch das Feuer bricht,
darf Brünnhildes Freier sein.
Vermag das mein Mut zu bestehn?
Einem Stärkren noch ist's nur bestimmt.
Wer ist der streitlichste Mann?
Siegfried, der Wälsungen Spross:,
der ist der stärkste Held.
Ein Zwillingspaar,
von Liebe bezwungen,
Siegmund und Sieglinde,
zeugten den echtesten Sohn.
Der im Walde mächtig erwuchs,
den wünsch' ich Gutrun' zum Mann.
Welche Tat schuf er so tapfer,
dass als herrlichster Held er genannt?
Vor Neidhöhle den Niblungenhort,
bewachte ein riesiger Wurm:,
Siegfried schloss ihm den freislichen Schlund,
erschlug ihn mit siegendem Schwert.
Solch ungeheurer Tat,
enttagte des Helden Ruhm.
Vom Niblungenhort vernahm ich:,
er birgt den neidlichsten Schatz?
Wer wohl ihn zu nützen wüsst',
dem neigte sich wahrlich die Welt.
Und Siegfried hat ihn erkämpft?
Knecht sind die Niblungen ihm.
Und Brünnhild' gewänne nur er?
Keinem andren wiche die Brunst.
Wie weckst du Zweifel und Zwist!
Was ich nicht zwingen soll,
darnach zu verlangen machst du mir Lust?
Brächte Siegfried die Braut dir heim,
wär' dann nicht Brünnhilde dein?
Was zwänge den frohen Mann,
für mich die Braut zu frein?
Ihn zwänge bald deine Bitte,
bänd' ihn Gutrun' zuvor.
Du Spötter, böser Hagen!
Wie sollt' ich Siegfried binden?
Ist er der herrlichste Held der Welt,
der Erde holdeste Frauen,
friedeten längst ihn schon.
Gedenk' des Trankes im Schrein;
vertraue mir, der ihn gewann:,
den Helden, des du verlangst,
bindet er liebend an dich.
Träte nun Siegfried ein,
genöss' er des würzigen Tranks,
dass vor dir ein Weib er ersah,
dass je ein Weib ihm genaht,
vergessen müsst' er des ganz.
Nun redet: wie dünkt euch Hagens Rat?
Gepriesen sei Grimhild',
die uns den Bruder gab!
Möcht' ich Siegfried je ersehn!
Wie suchten wir ihn auf?
Jagt er auf Taten wonnig umher,
zum engen Tann wird ihm die Welt:,
wohl stürmt er in rastloser Jagd,
auch zu Gibichs Strand an den Rhein.
Willkommen hiess' ich ihn gern!
Vom Rhein ertönt das Horn.
In einem Nachen Held und Ross!
Der bläst so munter das Horn!
Ein gemächlicher Schlag,
wie von müssiger Hand,
treibt jach den Kahn wider den Strom;
so rüstiger Kraft in des Ruders Schwung,
rühmt sich nur der, der den Wurm erschlug.
Siegfried ist es, sicher kein andrer!
Jagt er vorbei?
Hoiho! Wohin,
du heitrer Held?
Zu Gibichs starkem Sohne.
Zu seiner Halle entbiet' ich dich.
Hieher! Hier lege an!
Heil! Siegfried, teurer Held!